Eisbahn ist die Attraktion in Hanau
Winterfreuden auf dem Markplatz - Veranstaltung bis 27. Januar zieht Besucher an
HANAU (ju). Wenn dem Pinguin zu wohl wird, geht er auf's Eis - in dieser Abwandlung trifft das Sprichwort voll ins Schwarze. Neben zahlreichen Kindern, Eltern, Paaren, Großeltern oder Singles, die sich gestern auf der Eisbahn im Herzen Hanaus tummelten, schoben sich auch vier kleine Pinguine über die Schlitterfläche vor dem Rathaus. Die vier Plastiktierchen stehen dort besonders den Kleinsten als Stütze zur Verfügung, wenn sie auf den Kufen noch nicht so sicher sind. Bernd Michel hat als Verantwortlicher für die Eisbahn allen Grund zur Freude. Gerade hat ein Kinderhort aus Frankfurt angerufen und sich noch in der Ferienzeit mit 27 Kindern angekündigt. 1.500 Mädchen und Jungen aus Kindergärten, Horten und Grundschulen aus dem weiteren Umfeld, sogar bis Fulda, sind schon jetzt ange­meldet, stündlich kämen neue Anfragen hinzu. Und wenn sogar die Frankfurter oder Fuldaer nach Hanau kommen, müsse die Eisbahn ja gut sein, so Michels Fazit. Dieser Eindruck bestätigt sich nicht nur, wenn man den lachenden und auf dem Eis kreisenden Menschen zuschaut. Viele der Besucher, die aus Gelnhausen, Langenselbold und Freigericht, aus Offenbach und Aschaffenburg und sogar aus Italien in die Brüder Grimm-Stadt kommen, sind voll des Lobes über die gelungene Aktion.
Als "eine sehr schöne Idee, die Leute in die Innenstadt zu locken", bezeichnet Thomas Bergmann die Eisbahn im Stadtzentrum. Der Aschaffenburger ist mit Ehefrau und seinen drei Jungs im Alter zwischen acht und zwölf nach Hanau gekommen, weil er in der Zeitung von der Eisbahn las. Aschaffenburg habe keine schöne Eishalle, Frankfurt sei ihnen zu weit, begründet er seine Wahl.
"Nach dem Eislaufen gehen wir bum­meln", meint der Familienvater und ist damit das Paradebeispiel eines Besuchers, bei dem die Rechnung der
Stadt und der Hanau Marketing GmbH als Betreiber voll aufgeht. Gar aus Norditalien kommt Valeria Troisa mit Tochter Alice Schäfer nach Hanau, wo sie alljährlich die Großeltern besuchen. Sie freuen sich schon auf die Eisbahn, die sie vor drei Jahren zum erstenmal erlebt haben und stellen fest, dass die Bahn immer besser und schöner geworden ist. Seit der Premiere auf dem Freiheitsplatz, wo die Eisbahn hinter hohen Zäunen ver­borgen lag, ist sie nicht nur auf dem Markplatz umgezogen und dort mit ihrer niedrigen Einfriedigung schon weither sichtbar. Sie ist im Gegensatz zum Vorjahr auch um fünf Meter breiter gewor­den, hat mehr Schließfächer zu bieten und zwei zusätzliche Pinguine als Laufhilfe.
Unterdessen hat Oliver Bahnmüller, der in der Schlittschuhausgabe täglich von 10 bis 20 Uhr anzutreffen ist, alle Hände voll zu tun. Obwohl die Eisbahn auch vormit­tags schon gut besucht ist, nimmt der Andrang gegen 12 Uhr zu, zwischen 14 und 15 Uhr werden die Schuhe der Größen 34 bis 40 dann knapp. Das Publikum ist laut Bahnmüller ganz gemischt. Neben vielen Kleinkindern mit Eltern oder Großeltern kämen auch Paare, die Altersstufe zwischen 20 und 30 Jahren sei etwas schwächer vertreten, meint Bahnmüller, bevor er wieder ein Paar Kufenschuhe aus dem Regal zieht und zum Anprobieren über den Tisch reicht.
 
Zufrieden mit dem Publikum äußert sich auch der technische Leiter Wolfgang Herget. Er kümmert sich darum, dass die Kühlung der von der Dorstener Firma "interevent" erstellten Anlage funktioniert und dass nachts der Abrieb weggeschoben und Wasser für eine neue Oberfläche aufgebracht wird. Die einge­setzten "Undercover"-Eiswächter sorgen übrigens rund um die Uhr dafür, dass keine Jugendlichen auf dem Eis "herumrüpeln". Doch bisher, so Herget, gab es keinen Grund zur Klage.